Im Zusammenhang ganzheitlicher Betrachtungsweisen und vernetztem Denken tauchen immer wieder Begriffe auf, welche in diesem Zusammenhang zu widersprüchlichen Unterscheidungen führen. In diesem Beitrag möchte ich einmal dem Begriff „Natur“ weiter auf den Zahn fühlen.



Mutter Natur und die Evolutionstheorie

Wie widersprüchlich der Begriff „Natur“ oft verwendet wird, wird dem aufmerksamen Betrachter nicht verborgen geblieben sein. Wenn man mal die religiöse Brille (falls vorhanden) abnimmt, kommt man meines Erachtens nicht an der „Evolutionstheorie“ vorbei. Hier geht man davon aus, dass der Istzustand welchen wir momentan auf unserem Planeten vorfinden, das Ergebnis einer viele (ganz viele) Jahre stattgefundenen Entwicklung ist. Prozesse auf der „Erde“ wurden dabei auch von externen Faktoren wie beispielsweise entstanden aus Meteoriteneinschlägen und „natürlich“ der Energie der Sonne, von Gravitation genauer noch die vier Grundkräfte der Physik (ehm, was noch???) massiv beeinflusst bzw. bedingt. Aus dieser Perspektive betrachtet, kann man Mensch und Natur nicht trennen. Wir sind mitten drin.

Natur=Welt?
Der Mensch ist Teil der Natur, oder anders formuliert „Teil der Welt“. Demnach kann der Mensch auch nicht die Natur zerstören. Das was wir umgangssprachlich als „die Natur zerstören“ artikulieren, ist meiner Ansicht nach „lediglich“ eine nicht wünschenswerte Transformation innerhalb des Systems „Natur“ herbeigerufen durch den Menschen, also einer Komponente des Systems. Das Problem welches jetzt entsteht ist das „Problem von Begrifflichkeiten“. Natur=Welt und umgedreht? Befinden wir uns in einem Paradigmenwechsel? Oder sind das alles nur banale Betrachtungen und keiner Mühe Wert? In wie weit lässt sich heute noch eine klare Grenze ziehen zwischen „Wissenschaft“, „Mystik“ oder „Esoterik“ ? Ich habe keine Ahnung :-).

Kontroversen statt Konvergenz
Die klassische Wissenschaft definiert Grenzgänger als „Pseudo Wissenschaftler“. Im Umfeld der vielen Scharlatane kein Wunder. Doch wann werden Paradigmenwechsel möglich?

Interessant was Rupert Sheldrake in seiner „ausführlichen Einführung“ über sich schreibt:

Nun, dieses Zeug konnte ich natürlich lernen – darin war ich ziemlich gut. Aber der Widerspruch wurde immer größer. Im Fachbereich Biochemie in Cambridge gab es eine Stoffwechselkarte, die die verschiedenen chemischen Reaktionen im Körper zeigte. Und jemand hatte ganz oben in Großbuchstaben hinge schrieben: „ERKENNE DICH SELBST“. Dadurch wurde mir klar, welch riesige Kluft zwischen diesen enzymatischen Reaktionen und meinem eigenen Erleben bestand. In der Biochemie brachten wir zuerst die Organismen, die wir studierten, um und zermahlten sie dann, um die DNS, die Enzyme und so weiter herauszuholen. Ich hatte zunehmend den Eindruck, daß da irgend etwas nicht stimmte, aber ich konnte nicht genau sagen, was. Niemand sonst schien Probleme dieser Art zu haben. Dann lieh mir ein Freund, der Literaturwissenschaft studierte, ein Buch über deutsche Philosophie, das einen Aufsatz über die dichterischen und botanischen Werke von Goethe enthielt. Ich erfuhr, daß Goethe am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine ganz andere Art von Wissenschaft vorschwebte, eine ganzheitliche Wissenschaft, die das unmittelbare Erleben und Verstehen in sich vereinte. Sie verlangte nicht, daß man alles in seine Teile zerlegte und die Beweiskraft der eigenen Sinne leugnete.

Das versetzte mich in große Erregung – sich vorzustellen, es könnte eine andere Art von Naturwissenschaft geben! Bei dieser Aussicht war ich so Feuer und Flamme, daß ich beschloß, die Geschichte der Wissenschaft und der Philosophie zu studieren, um zu erfahren, warum die Wissenschaft das geworden war, was sie nun war. Ich hatte das Glück, ein Forschungsstipendium in Harvard zu bekommen, wo ich ein Jahr lang Philosophie und Geschichte studierte. Gerade war Thomas S. Kuhns Buch Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen erschienen, und dieses Werk hatte großen Einfluß auf mich. Es machte mir klar, daß die mechanistische Theorie des Lebens das war, was Kuhn ein Paradigma nennt, ein kollektives Wirklichkeitsmodell, ein Glaubenssystem. Kuhn zeigt, daß in Zeiten revolutionärer Veränderungen alte wissenschaftliche Paradigmen stets durch neue ersetzt wurden. Und wenn sich die Wissenschaft in der Vergangenheit radikal gewandelt hatte, dann konnte sie das in der Zukunft ja auch wieder tun. Das fand ich sehr aufregend.

Wie geht es weiter?
Relativitätstheorie, Quantenphysik, KybernetikSystemtheorie„Stringtheorie“ ?.
Aus meiner Sicht sind wir schon auf einem guten Weg, doch die Konvergenz aller wissenschaftlichen Disziplinen ist nicht einfach auszurufen und plötzlich vorhanden. Auch diesen Prozess sollte man im Zusammenhang sehen…

Siehe auch den netten Beitrag bei TK-Logo