Die Neurowissenschaften werden massiv unsere Welt verändern

Im Hospitalhof Stuttgart fand vom Freitag den 18.04.2008 bis Samstag den 19.04.2008 eine Tagung mit dem Titel „Produzieren die Neurowissenschaften den gläsernen Menschen?“ statt.

Die Themen waren:

Durchsichtig oder rätselhaft?
Zur Entschlüsselung menschlichen Verhaltens

Transparente Körper, transparente Individuen, transparente Gesellschaft?
Die Vermessung des Menschen und die Konsequenzen für individuelle Lebensführung und gesellschaftliche Steuerung.

Rätsel oder Geheimnis?
Die „Innerlichkeit“ des Menschen in theologischer Perspektive

Ungeschehenes Geschehen
Implantierte Erinnerung als Herausforderung für die Geschichtswissenschaft

Willensfreiheit und Schuld
Zum Verhältnis Neurowissenschaften, Philosophie und Strafrecht

Das Gehirn, ein Organ wie jedes andere?
Zur Rechtspolitik von Hirndarstellung und Hirnmanipulation

Ist unser Moralverhalten neuronal determiniert?
Möglichkeiten und Grenzen der Neuroethik

Unrechtseinsicht, Handlungssteuerung und strafrechtliche Verantwortlichkeit

Was das Gehirn über unsere Gedanken verrät: Möglichkeiten und Grenzen des ‚Gedankenlesens’ in der modernen Hirnforschung

Mit dem Titel: Wer ist Ich? Hirnforschung – Entsteht ein neues Menschenbild? zeigte 3Sat den Stand der Neurowissenschaften und die daraus resultierenden Konsequenzen.

Das Thema wirft keine banalen Probleme auf, und dass um so mehr wie wir Anwendungen für den Alltag vermehrt in der nächsten Zeit zur Verfügung haben werden.

5 Antworten auf „Die Neurowissenschaften werden massiv unsere Welt verändern“

  1. Zunächst finde ich es spannend, dass ich über meinen neuen Blog AHMAZ hier bei Ihnen lande…und gleich wieder einen interessanten Blog in meinem Feedreader unterbringen kann……
    Zum Thema oben: Stephan Schleim hat eine schöne Ankündigung als Zitat von anno 1930 in seinem Buch untergebracht, welche die Fantasie der radikalen Veränderungen durch die Neurowissenschaften bereits damals vollmundig versprachen. Es ist – wie wir wissen – wenig daraus geworden. Und bzgl der erneuten Ankündigungen bin ich auch sehr sehr skeptisch. Im Moment werden noch viele biologische Entsprechungen ehemaliger psychologischer Forschungsergebnisse gefunden, mehr nicht bzw. sehr selten etwas mehr….Nutznießer im Moment ist die Medizin. Hier konnten die NW tatsächlich etliches erreichen…….
    Ein wenig dazu hier: „Bilder“ vom Gehirn und was wirklich „dahinter“ steckt….

    Ich musste sehr viel Federn lassen…weil ich jenen Hoffnungen zunächst einmal auch aufgesessen war und stelle nun fest, je mehr ich „hinter die Kulissen schaue“ und je mehr Details ich kenne, um so nüchterner betrachte ich die vielen Versprechungen……
    Beste Grüße M.A.

  2. Liebe Frau Armand,
    vielen Dank für Ihren offenen Kommentar.

    Ich kann jetzt leider keinen Bezug auf das Zitat aus dem Buch nehmen, weil ich es nicht vorliegen habe. In der Tat sind viele Versprechungen aus den verschiedensten Wissenschaftsbereichen nicht, oder nicht so schnell Realität geworden wie vorher propagiert.

    Interessant finde ich, das Freud beispielsweise erkannte, dass die Hirnforschung zu seiner Zeit noch zu sehr in den Kinderschuhen steckte, worauf er sich „greifbareren““ Themen widmete.

    Ich habe aber ein scheinbar interessantes Werk zu der Thematik gefunden, was ich mir eventuell bei Gelegenheit näher anschauen werde. Jürgen Peiffer: Hirnforschung in Deutschland 1849 bis 1974. Briefe zur Entwicklung von Psychiatrie und Neurowissenschaften

  3. Lieber Herr Wald,
    da haben Sie sich ja ein Mammutwerk vorgenommen 1.196 Seiten /119 €…
    Das ist sicherlich hochspannend, aber auch sehr sehr zeitaufwendig 😉
    Da bleibt ja keine Zeit mehr für die aktuelle Forschung……

    Douwe Draaisma „Geist auf Abwegen“
    Alzheimer, Parkinson und Co. – Von den Wegbereitern der Gehirnforschung und ihren Fällen vom Eichborn Verlag

    gibt einen – zwar nicht so umfangreichen – aber dafür sehr unterhaltsamen Einblick in die Geschichte der Hirnforschung. Dabei werden die Entwicklungen anhand meist bekannter neurologischer Erkrankungen beschrieben. Und man bekommt durchaus einen Einblick über die seinerzeit verfügbaren Methoden…. Ich werde demnächst in meinem Neurowissenschaftenblog eine ausführliche Rezension dazu schreiben.

  4. Ja hab ich auch bemerkt ;-).
    Wenn mich was abschreckt dann der Preis.
    Besonders interessiert bin ich eigentlich an dem geschichtlichen Kontext.

  5. Habe mich mit der Materie noch nicht wirklich viel befasst und kann nur ein Zitat von Gerald Hüther beisteuern:

    „Noch immer finde ich es spannend, was es in so einem Gehirn alles zu zerlegen, zu messen und zu untersuchen gibt. Aber ich glaube inzwischen nicht mehr daran, daß es uns auf diese Weise jemals gelingt zu verstehen, wie ein Gehirn, gar ein menschliches Gehirn, funktioniert.“ (Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn, S. 9)

    Bin unterwegs, aber genau das Buch habe ich heute zufälligerweise dabei.

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